Wirtschaft NEU DENKEN | Ein Rückblick
Host Maja Göpel reflektiert die erste Staffel des Podcast NEU DENKEN zum Thema Wirtschaft.
Host Maja Göpel reflektiert die erste Staffel des Podcast NEU DENKEN zum Thema Wirtschaft.
Kaum etwas hat unser Sicherheitsgefühl in Deutschland und Europa wohl so erschüttert wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Direkt nebenan wird mit Waffengewalt gekämpft. Das waren wir nicht mehr gewohnt. Und jetzt sitzen wir hier und fragen uns: Wie kommen wir da nur wieder raus?
Einig sind wir uns vermutlich vor allem darin, dass wir uns Frieden wünschen. Die Frage ist, wie kommen wir dahin? Welche Formen der Auseinandersetzung, Konfrontation, aber dann vor allem auch Kooperation braucht es dafür?
Sicherheit entscheidet sich heute nicht mehr nur auf der Straße, im Parlament oder der Landesgrenze. Sondern auch in digitalen Räumen, in denen wir heute viel Zeit verbringen.
Doch die ursprüngliche Utopie des Internets – ein demokratischer Raum für alle – ist unter Druck. Die mächtigsten Techkonzerne der Welt bestimmen mehr und mehr, welche Informationen wir sehen, wie Meinungen entstehen und wie wir die Welt interpretieren. Wie lässt sich die öffentliche Debatte vor dem Einfluss der “Broligarchen” schützen – und ist eine demokratische Kontrolle in digitalen Räumen überhaupt noch möglich?
Wer sich fragt, was Menschen heute wirklich beschäftigt, stößt schnell auf die sozialen Fragen unseres Alltags: steigende Mieten, wachsende Lebensmittel- und Energiepreise oder die Unsicherheit über Rente und Pension im Alter. Diese Themen zeigen, wie sehr soziale Sicherheit unser Leben prägt – sie ist oft die Grundlage dafür, dass wir kreativ, risikobereit und zukunftsorientiert handeln können. Ohne sie verharren Gesellschaften eher in Sorge und Vorsicht, statt gemeinsam positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
Wer über Sicherheit nachdenkt, richtet den Blick oft auf militärische Krisen. Aber unsere Sicherheit ist auch von anderen, schleichenderen Prozessen bedroht. Ganz zentral ist dabei die Überlastung der Grenzen unseres Planeten. Wenn Wasserzyklen gestört sind, Böden ausgelaugt, Ernten gefährdet und Klimarisiken ganze Infrastrukturen zerstören, steht weit mehr auf dem Spiel als “nur” ein bisschen Umweltschutz – dann geht es um unsere Sicherheit.
Sicherheit ist das Fundament, auf dem Demokratien stehen: Um zu funktionieren, brauchen sie Vertrauen in Regeln, Institutionen und die Verlässlichkeit des Rechts. Doch das demokratische Fundament beginnt zu bröckeln – von außen wie von innen.
Meist denken wir beim Thema Sicherheit an äußere Bedrohungen, an Kriege, Konflikte und geopolitische Spannungen. Doch seltener sprechen wir darüber, wie wir die Stabilität und das Vertrauen innerhalb unserer eigenen Gesellschaften sicherstellen.
Denn Demokratien leben von der Gewissheit, dass das Recht des Stärkeren Grenzen hat, dass jedes Leben gleiche Würde besitzt und dass gesellschaftliche Institutionen diese Prinzipien schützen – unabhängig von Parteiinteressen oder ökonomischer Macht....
Mit Marktwirtschaft verbinden wir das Versprechen von Freiheit, Wettbewerb und fairen Chancen. Wir verbinden es mit einem System, das sich selbst reguliert und in dem Angebot und Nachfrage in Balance zueinander stehen. So haben wir es gelernt, so scheint es selbstverständlich. Aber stimmt das eigentlich?
Denn Märkte entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie brauchen Regeln, Institutionen und Vertrauen – und damit immer auch den Staat. Er kann Wettbewerb sichern, Innovation fördern und Fairness garantieren. Aber er kann sie auch behindern: Dann werden Regeln zu starr, Risiken verzerrt oder Informationsflüsse verhindert – und es entstehen riskante Marktdynamiken. Welche Wirtschaftspolitik wir wählen,...
Innovation klingt immer großartig. Nach Aufbruch, Fortschritt, Zukunft. Kaum ein politisches oder wirtschaftliches Konzept kommt heute ohne sie aus. Aber: Wenn wir ständig nach mehr Innovation rufen – wissen wir eigentlich, mehr von was wir meinen?
Denn Innovation ist nie neutral. Sie verändert Strukturen, verschiebt Macht, schafft Neues – und lässt anderes verschwinden. Was gestern noch sinnvoll war, gilt heute als überholt. Und im Alltag merken wir: Das Neue fühlt sich nicht immer automatisch besser an. Aber wir merken auch, dass keine Veränderung nicht unbedingt Stabilität bringt. Und nun heißt es allenthalben, Deutschland sei nicht innovativ genug.
Woran liegt das?...
Wenn über Ungleichheit gesprochen wird, geht es meistens um Einkommen. Doch die eigentliche Schieflage zeigt sich woanders: beim Vermögen. Denn hier wachsen die Unterschiede nicht nur – sie explodieren. Aber was ist Vermögen eigentlich? Ein Haufen Geld auf dem Konto? Aktien, Immobilien, Unternehmensanteile? Viel spannender und wichtiger ist doch die Frage: Was passiert mit diesem Geld? Wofür wird es eingesetzt? Welchen Einfluss hat Kapital darauf, welche Unternehmen bestehen, welche Produkte auf den Markt kommen – und unter welchen Bedingungen das geschieht?
Kaum ein Wort klingt so nach Schieflage wie Schulden. Als wäre etwas aus dem Ruder gelaufen, man hätte über seine Verhältnisse gelebt oder wäre auf andere angewiesen. Aber stimmt das eigentlich? Ist Schuldenmachen wirklich ein Problem – oder nicht vielmehr ein notwendiger Vorschuss, um Zukunft zu gestalten? Wer entscheidet, wann eine Verschuldung sinnvoll ist? Und wie können wir deutlicher machen, wann es um kluge Investitionen geht – in Infrastruktur, Bildung, Klima oder Innovationen – also in das, was uns und kommenden Generationen zugutekommt?