Fachkräfte NEU DENKEN mit Enzo Weber
Shownotes
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Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch. Die Gesellschaft altert, Berufsbilder verändern sich und neue Technologien wie KI greifen immer stärker in den Arbeitsalltag ein. Gleichzeitig suchen viele Unternehmen händeringend nach Fachkräften.
Mit Enzo Weber sprechen wir darüber, wie Arbeit zukunftsfähig organisiert werden kann. Welche Rolle spielen Qualifizierung, Zuwanderung und bessere Arbeitsbedingungen? Und wie gelingt es, aus kurzfristigem Fachkräftemangel langfristige Perspektiven zu entwickeln?
NEU DENKEN ist ein Video- und Audiopodcast, der unseren gesellschaftlichen Diskurs neu aufrollt – respektvoll und lösungsorientiert. Statt der nächsten Aufregung hinterherzulaufen, stellt das Format eine andere Frage: Wie geht es besser? Mehr Infos zu der thematischen Arbeit von Mission Wertvoll findet Ihr hier: https://wertvolles-wirtschaften.de/
Hoffentlich bis auf ein nächstes Mal!
Transkript anzeigen
00:00:01: Wo sind die Fachkräfte?
00:00:04: Diese Frage stellen sich derzeit viele Unternehmen in Deutschland.
00:00:08: Und sie ist komplexer, als sie zunächst klingt.
00:00:10: Denn wir erleben gerade mehrere Veränderungen gleichzeitig – die Gesellschaft altert, Berufsbilder wandeln sich und KI dringt immer mehr Felder vor.
00:00:19: Wir haben schlicht gesagt einen Arbeitsmarkt im Umbruch!
00:00:22: Wie finden wir also Lösungen dafür, die nicht nur kurzfristig Lücken schließen sondern langfristig Perspektiven schaffen Zuwanderung und bessere Arbeitsbedingungen dabei.
00:00:35: Darüber sprechen wir mit Enzo Weber, Erforst am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – und ist damit bestens positioniert um uns diese Dynamiken am deutschen Arbeitsmarkt zu erklären!
00:00:45: Mein Name ist Maja Göbeln und ihr hört neu denken dem Podcast von Mission Wertvoll.
00:00:50: heute zur Frage wie wir Fachkräfte sichern und Arbeit an unserem Standort zukunftsfähig gestalten.
00:00:56: Wenn ihr diesen Podcast schätzt dann unterstützt du uns doch gerne auch finanziell.
00:01:00: Dann können wir auch in Zukunft Raum für solche Debatten
00:01:03: schaffen.
00:01:12: Liebe Einzuweber, herzlich willkommen!
00:01:15: Hallo Maja ich freue mich dabei zu sein.
00:01:19: Ich habe gedacht ich frage dich einfach gleich als erstes seit Zwei-Tausend-Elf bist du Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung Und ihr gebt Prognosen ab.
00:01:29: Hättest du gedacht dass wir heute in so einer Situation sitzen wo alle sagen Wir brauchen Arbeitskräfte finden aber nicht die richtigen diskutieren drüber, aber so richtig in Schub kommen wir damit nicht.
00:01:42: Habt ihr das Kommen sehen?
00:01:43: Hat jemand nicht auf euch gehört oder wie würdest du die Gesamtsituation einordnen?
00:01:48: Danke, dass du mich daran erinnerst, dass es jetzt schon fünfzehn Jahre sind.
00:01:52: Aber als Prognostiker hat man da natürlich schon einiges auf dem Buckel und naja ... was die Knappheit von Arbeitskräften angeht muss man sagen, das haben wir tatsächlich in den zwanzig Zehnen gewusst.
00:02:05: Jetzt muss man natürlich sagen Ökonomen haben es immer vorher schon gewusst.
00:02:09: Es gibt eigentlich keine Ausnahmen, aber in diesem Falle die Debatten waren ja alle da auch in den Zwanzigzenernjagdereien demografie-Gipfel der Nächsten.
00:02:20: Aber es ist ein Unterschied ob man sowas prognostiziert und erwartet oder ob es tatsächlich weh tut.
00:02:27: Und jetzt haben wir zwanzig sechsundzwanzig das erste Jahr indem wir weniger Arbeitskräfte haben werden als im Vorjahr.
00:02:35: Also, wir altern als Gesellschaft zwar schon lange aber bisher konnten wir das immer noch überkompensieren und wir haben auch eine tolle Arbeitsmarktentwicklung seit Mitte der zweitausender Jahre hinter uns.
00:02:45: also irgendwo muss ja auch mal was gut gelaufen sein.
00:02:48: Aber mittlerweile kommen wir an den Rand wo man das nicht mehr ausgleichen kann wo es tatsächlich dann schrumpfen wird Und gleichzeitig sind wir aber in einer Situation, die wirtschaftlich enorm schwierig ist.
00:03:01: Wo sogar die Arbeitslosigkeit auch noch steigt!
00:03:04: Also in den Zwanzigzehnern haben wir gesagt wenn es ganz schlecht läuft dann haben wir Arbeitslosigkeiten und Fachkräftemange gleichzeitig und das ist blöd ja und heute ist es blöd.
00:03:14: Das Erwerbspersonenpotential hast du gerade genannt mit zwanzig sechsundzwanzig dass zum ersten mal geringer ist?
00:03:21: Auf Personen gerechnet oder die Arbeitsstunden gerechnet, wie definiert man diese Größe?
00:03:26: Also Erwerbspersonenpotenzial.
00:03:28: Das sind im Grunde alle Menschen, die in Deutschland dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
00:03:33: in Personen gerechnet.
00:03:35: Und das wird jetzt tatsächlich erstmals schrumpfen, weil wir einfach nicht mehr die Zuwanderung bekommen, die wir in vergangenen Jahren hatten, die uns das erlaubt hat unser demografisches Minus auszugleichen.
00:03:47: also einfach dadurch dass jetzt eine große Baby Boomer Generation Schritt für Schritt in Rente geht und eine vier kleine Generation aus dem Bildungssystem nachkommt hat man rechnerisch einfach ein Verlust im Moment von mehr als pro Jahr und mittlerweile gelingt uns das nicht mehr, dass auszugleichen.
00:04:07: Es gibt dann auch noch so eine Größe die rechnet die Arbeitsstunden mit ein.
00:04:12: Das nennt sich dann gesamtwirtschaftliches Arbeitsvolumen.
00:04:15: Auch das bestimmen wir.
00:04:16: Wir haben die IRB-Arbeitszeitrechnung im Haus.
00:04:19: Das ist die amtliche offizielle deutscher Arbeitszeitstatistik
00:04:24: Und da gab es ja in den Diskussionen immer so ein Hin und Her, schrumpft jetzt das was die Deutschen an Arbeitsleisten.
00:04:30: Diese Teilzeitdebatte?
00:04:31: oder ist es eigentlich eine Berechnungsfehlstellung?
00:04:35: Weil wir eben durch die Personen geteilt einen Durchschnittsarbeitsvolumen nehmen und wenn mehr Menschen in Teilzeitarbeiten sieht's aus als würden.
00:04:42: Wir weniger arbeiten.
00:04:43: aber dann hören wir wieder wie sollen wir denn mehr arbeiten wenn ich gar nicht die Betreuung gewährleistet habe und Pflege viel zu Hause passiert?
00:04:50: also eigentlich sind intensive Tätigkeitsgesellschaft, wenn ich das eben da auch interpretiere.
00:04:56: Oder wo würdest du die Potenziale sehen?
00:04:57: Wenn wir sagen, wir brauchen gerade auch diese Facharbeitsdebatte gleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit, dieses Kundundrum haste eben schon beschrieben.
00:05:05: Wie siehst du das?
00:05:06: Wo kommt das her?
00:05:07: Also wie können wir diese Arbeitstunden ... Hast du auch mal gesagt, Wir brauchen die Arbeitstunnen!
00:05:11: Wo finden wir dich denn im Moment?
00:05:14: Ja an der Teilzeit-Debatte sieht man schon es kommt also politisch aufgeladenen Debatten immer sehr stark darauf an, aus welcher Richtung man auf eine und dieselbe Sache blickt.
00:05:24: Blicke ich darauf – Teilzeit ist weniger als Vollzeit!
00:05:28: Und wir brauchen doch eigentlich die Arbeitsstunden?
00:05:30: Dann sehe ich Teilzeit als Verlust.
00:05:34: Blocke ich drauf.
00:05:35: früher hatten wir eine Frauenerwerbsquote, die war minimal und heute ist sie fast so hoch wie die der Männer.
00:05:43: Aber eben häufig in Teilzeit sind aber trotzdem alles zusätzliche Erwerbsstunden gegenüber früher dem Alleinverdienerhaushalt, wo Frauen natürlich auch gearbeitet haben, aber nicht bezahlt wurden.
00:05:54: Also es geht um Erwerbstarbeit.
00:05:56: Wirklich aus der Richtung darauf komme ich drauf.
00:05:58: wir haben heute die meisten Erwerbestunden in diesem Land, die wir jemals hatten und genau dazwischen muss man dann wirklich gut drauf gucken und sich sagen ja wir haben enorm gewonnen.
00:06:11: Heute sind so viele Frauen wie noch nie erwerbstätig, heute sind so viel ältere.
00:06:15: Wie noch nie erwärbstätig?
00:06:17: Im Jahr zweitausend waren von den sechzig bis vierundsechzigjährigen noch zehn Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
00:06:25: kaum jemand.
00:06:25: also heute ist es über die Hälfte.
00:06:27: Also von wegen Es gehen alle immer früher.
00:06:29: ne da hat sich gab's einen tollen Aufwärtstrend Den wir da geschafft haben und trotzdem blicken wir der demografischen Schrumpfung ins Auge und müssen sagen, ja tatsächlich wir müssen mehr arbeiten.
00:06:44: Aber eben nicht großflächig.
00:06:45: sondern jetzt komme ich auf deine Frage wo sind die Potenziale?
00:06:49: Und die gibt es sehr wohl denn wenn wir uns zum Beispiel die Erwerbsquote von Frauen anschauen sind wir international top echt bei den besten Ländern dabei.
00:06:59: Wenn wir uns anschauen wie viele Stunden dann da auf die einzelne Erwerbstätige entfallen, da sind wir dann überhaupt nicht mehr so top.
00:07:09: Und wenn wir uns dann noch anschauen wie berufliche Entwicklungen von Frauen zum Beispiel verläuft Die knickt in der Kinderphase ab und damit meine ich jetzt nicht jede Mutter von drei Monate alten Kindern soll jetzt auch vierzig Stunden arbeiten oder das ist überhaupt nicht gemeint Sondern dieses dauerhafte Abknicken von beruflicher Entwicklung.
00:07:29: Das ist was echt weh tut Und wo es die Potenziale gibt, von daher wir müssen mehr arbeiten.
00:07:35: Aber an den richtigen Stellen und die gibt's in Deutschland ist nicht durch Mehrarbeiten reich geworden noch nie und wird das auch niemals werden.
00:07:44: aber wie viel reicher wären wir als Gesellschaft wenn die Mehrheit in der Gesellschaft eine bessere berufliche Entwicklung hätte?
00:07:51: Die Mehrheit sind Frauen ältere und zugewanderte.
00:07:55: da ist einfach noch ganz viel drin was die Integration angeht.
00:08:00: Wichtigsten Stellschrauben würdest du dann sehen?
00:08:03: Also damit das einfacher wird.
00:08:04: Erst mal geht es ja darum, ob ich auch mal von dir gehört ist, geht nicht darum alle zu prügeln das Maximale aus sich rauszuholen sondern es hat natürlich auch eine Gestaltungsindividualität die da berücksichtigt werden sollte.
00:08:14: aber die Barrieren diese Gestaltung tatsächlich überhaupt vornehmen zu können sprich Betreuungsplätze oder Anerkennung von Abschlüssen oder wann darf ich wenn ich gefürchtet bin, beispielsweise.
00:08:26: Da gibt's ja viele Barrieren, die man gemeinsam anpacken könnte?
00:08:30: Da gibt es in der Tat Möglichkeiten mit denen wir das Glas, dass vielleicht halb voll ist oder halb leer, je nach Sichtweise aber auch noch ganz voll machen können.
00:08:42: Wenn man sich jetzt anschaut ... Woher kommt dieses Abknicken, was ich erwähnt hatte?
00:08:48: Dann ist das so eine Mischung aus finanziellen ... Fehl anreizen.
00:08:55: Ja, wenn man einfach nur im Minijob arbeitet ist man steuer- und abgabenfrei.
00:09:00: Und zwar ganz egal wie viel der Ehepartner verdient.
00:09:03: Aber das ist natürlich schon eine krasse Barriere!
00:09:07: Das liegt an gesellschaftlichen Erwartungen... teilweise auch noch immer fehlender, ausreichender Unterstützung bei Kinderbetreuung oder auch bei Pflege.
00:09:18: Die ja normalerweise dann nachfolgend auf die Kindervase meistens auch die Frauensache ist.
00:09:25: und so gerät man irgendwann in den Dreißigern eine Situation, dass man beruflich die zweite Geige spielt?
00:09:34: Das geht finanziell auch wie es steuerlich nun mal ausgerichtet ist in unserem Land und richtet sich darin dann irgendwann ein.
00:09:45: Und sagen wir mal, gibt es sich irgendwann zufrieden damit?
00:09:48: Und zwar mit etwas, mit dem man sich früher in seinen Zwanziger nicht zufriedengegeben hätte.
00:09:54: Es ist nicht so dass Frauen beruflich weniger wollen als Männer und deswegen mit weniger Enten sondern der Gender Pay Gap zum Beispiel.
00:10:02: also wieviel verdienen Frauen im Schnitt pro Stunde weniger als Männer?
00:10:08: den gibts Mitte zwanzig fast überhaupt nicht.
00:10:12: Frauen gehen mit einer im Schnitt besseren Qualifikationen in den Arbeitsmarkt rein als Männer.
00:10:18: Der Gender Pay Gap Mitte dreißig ist aber richtig hässlich groß, das heißt da geht uns was verloren und deswegen müssen wir genau da ansetzen.
00:10:27: also bessere steuerliche Anreize eine andere Minijob Regelung bessere umfangreichere Unterstützung noch bei der Kinderbetreuung.
00:10:37: dass flexiblare Arbeitszeitmöglichkeiten ist auch etwas.
00:10:42: Also ich kann dieselbe Zahl von Stunden viel besser unterbringen, wenn ich sie besser mit Familienleben vereinbaren kann, weil ich die Souveränität darüber habe.
00:10:51: Das sind auch nach Forschungsergebnissen die ganz entscheidenden Ansatzpunkte, wenn man da mehr bekommen möchte und so kann man bei anderen Gruppen, die noch nicht die Integration im Arbeitsmarkt haben dann auch schauen.
00:11:04: Jetzt kommen wir in die Richtung zu fragen welche ... Arbeiten brauchen wir gerade.
00:11:11: Also dieses dynamische Wechseln können an gesellschaftliche bzw.
00:11:15: auch persönliche Situationen sich anpassen können, das habe ich als ich so ein bisschen zu dir recherchiert hab immer wieder wahrgenommen dass diese Dynamik eigentlich das ist was wir brauchen.
00:11:24: und ein bisschen Freiheiten Lebensabschnittsarbeits haben ja auch sowas wie Arbeitskonten auf den Leben gerechnet gab es mal einen Vorschlag vom WZB das es darum geht sozusagen erst gibt natürlich die High-Speed-Phase, wo beide Kinder haben und man versucht Karriere zu machen.
00:11:39: Und die Eltern alt werden dann wird es sehr eng mit dem Zeitbudget.
00:11:42: Also diese Flexibilisierung schwebt die Idee vor.
00:11:45: oder was gehört für dich noch dazu?
00:11:47: Zu einer Dynamisierung!
00:11:48: Weil ich glaube das habe ich bei dir stark rausgehört dass es darum auch geht also zu sagen welche Dinge wollen wir erreichen?
00:11:53: wie machen ist leicht dass Menschen da jeweils auch eine passende Lücke für sich finden oder ne Selbstverwirklichung wie auch wenn man's angucken will.
00:12:02: Ja wir diskutieren ja Arbeitszeiten mit einem sehr statischen Blick.
00:12:07: Also Vollzeit versus Teilzeit und Vollzeit scheint irgendwie, also sobald man die Achtendreißig irgendwas Stunden erreicht hat, scheint man ja in einer ganz anderen Welt zu sein als wenn man bei sechsund dreißig Stunden ist.
00:12:17: Dann ist er
00:12:18: Leistungsträger her!
00:12:20: Das ist sowieso schon mal merkwürdig.
00:12:22: Es gibt ganz viele Arbeitszeiten und exakt eine nennen wir Vollzeit und alles andere ist halt eben was anderes.
00:12:30: Davon muss man in der Tat wegkommen zwar mit einer Sicht auf den Lebensverlauf.
00:12:36: Wir verabsolutieren Dinge, aber fünf Tage Woche vier Tage Woche oder die griechische sechs Tage Woche und am besten für alle.
00:12:45: als einheitliches Modell braucht niemand also weder die starre Arbeitszeit die wir früher hatten, noch ein neues Modell das wir jetzt alle vier Tage arbeiten oder so sondern wirklich die Anpassungsfähigkeit im Lebensverlauf an die jeweilige Lebenssituation.
00:13:02: Die Souveränität darüber runter und wieder hoch gehen zu können Das ist eigentlich das Entscheidende.
00:13:08: ich habe es mal X-Tagewoche genannt dass X als die persönliche Anpassung variable.
00:13:14: das ist eigentlich der Punkt.
00:13:15: und dann kommt man auch darüber hinweg dass man so eine starre Vollzeit-Teilzeitrennung hat.
00:13:21: Denn Vollzeit ist ja nun mal tatsächlich nicht nur eine Arbeitszeit, sondern auch höherer Lohn mehr Weiterbildung, mehr berufliche Entwicklung und Teilzeit ist das Gegenteil davon.
00:13:30: Und da bleibt uns einfach viel liegen.
00:13:33: wenn das Ganze durchlässiger wäre würde das übrigens nicht nur von Frauen in Anspruch genommen werden Sondern warum gehen denn Männern nicht in Teilzeit?
00:13:42: Na ja, weil sie Sorge haben auf dem Abstellegleis zu lernen.
00:13:49: Wenn Männer zehn Prozent runtergehen würden, dann müssten Erwerbskarrieren der Partnerinnen nicht mehr abknicken.
00:13:57: Also einfache Rechnung, neunzig Prozent plus neunzig Prozent Arbeitszeit ist mehr als hundert Prozent plus fünfzig Prozent.
00:14:05: und das ist die Wahl vor der wir zur Zeit stehen.
00:14:09: Und wie kommt es, dass wir im Moment so stark überfach?
00:14:12: Arbeitsmangel reden, also Facharbeiterinnen.
00:14:15: Das ist ja so diese Standort-Thematik.
00:14:17: Wir haben die nicht mehr aus einem ... Was ist denn überhaupt Facharbeit?
00:14:20: Was ist Nichtfacharbeit?
00:14:21: Also kleine gewisse Ausbildung steckt dahinter.
00:14:24: aber welche Facharbeitskräfte fehlen es denn gerade am meisten?
00:14:27: Ich glaube das auch nicht in jedem Sektor gleich.
00:14:30: oder wo finden sie momentan keine Jobs?
00:14:32: Das ist das Faszinierende auch.
00:14:34: Ja wir sind in einer Situation tatsächlich, wo wir einerseits die Engpässe spüren am Arbeitsmarkt und wenn man Fachkräfte sagt, dann meint man meistens diese mit beruflicher Ausbildung.
00:14:47: Also wir haben eine Ausbildung... Aber das sind nicht die mit dem Universitätsabschluss, nicht der akademischen Ausbildung.
00:14:54: Es gibt auch einen Begriff, der sagt Fachkräfte für alle, die irgendeinen Abschluss haben.
00:14:58: aber meistens ist so diese mittlere Stufe der Ausbildung gemeint.
00:15:02: Da versteht man dann zum Beispiel ganz häufig Handwerk drunter da Versteht man Industriebeschäftigte drunter und so.
00:15:09: Das sind die ganz typischen Bilder, die man dann immer sofort im Kopf hat.
00:15:14: Oft sind das auch männlich dominierte Bilder, wenn man mal genau hinschaut.
00:15:19: Obwohl es Fachkräfte in ganz vielen Ausbildungen gibt.
00:15:25: In der Situation, in der wir jetzt sind ... Da ist es so, dass tatsächlich über Jahrzehnte im Grunde das Hochschulstudium stärker geworden ist in Deutschland und ich habe nicht vor das zu kritisieren, obwohl wir viele Überakademisierungsdebatten hinter uns haben.
00:15:44: Aber die Beschäftigung von Akademikern ist enorm gestiegen.
00:15:47: Die Löhne sehen auch im Schnitt echt gut aus und wir haben diese Leute offensichtlich gebraucht, dementsprechend ist das sozusagen kein Manko.
00:15:57: aber es führte mit dazu dass die berufliche Ausbildung immer mehr ausgetrocknet ist.
00:16:02: also seit Jahren schon haben wir da mehr offene Stellen als Bewerbende.
00:16:08: Das wäre im Gesamtarbeitsmarkt mal eine Nummer wenn man das hätte.
00:16:14: Und viele Berufszweige, die auch nicht so bekannt sind oder nicht so beliebt.
00:16:19: Oder die nicht so ausgetretenen Fahde sind, wo jeder dann hingeht ... Jeder junge Wetmechatroniker und ähnliches.
00:16:26: Da findet man immer schwerer überhaupt noch irgendwie Nachwuchs.
00:16:31: Das macht diese Engpässe aus, die wir sagen mal bis nach Corona ganz immens gespürt haben.
00:16:38: Was dann kam?
00:16:40: Das war aber eine ... Substanzielle Industriekrise, wir verlieren mittlerweile pro Monat fünfzehntausend Industriejobs.
00:16:48: Das ist nicht von Papa und das liegt vor allem daran, dass wir zu wenig Neues schaffen.
00:16:55: also Wir haben gar nicht die Riesenentlassungswillen Die pleite Willen ohne Ende und so sondern wir schaffen zu wenig neue Stellen Zu wenig neue Investition.
00:17:05: in der industrie wird so wenig neu gegründet wie noch nie und dementsprechend kommt man in so eine Entwicklung rein, dass es immer weiter absackt.
00:17:14: Nicht schlagartig einbricht nicht wie in der Weltfinanzkrise oder in Corona sondern jedes Jahr immer zäher wird und immer schlechter und man da einfach schwer ausbrechen kann.
00:17:27: Und das setzt dann gleichzeitig wieder Arbeitskräfte unter Druck.
00:17:33: Wir sehen die Arbeitslosigkeit bei all diesen Fachkräften, gerade den Technischen.
00:17:37: Die steigt im Moment auch.
00:17:38: und dann kommen wir zum zweiten Begriff der Dynamik- und Bewegung, die wir brauchen.
00:17:42: Wir brauchen die Bewegungen im Arbeitsmarkt von Fachkräftens, die in etablierten Bereichen gearbeitet haben, die auch lang erfolgreich gelaufen sind – von Fachkraften, die eine Superausbildung und tolle Fähigkeiten haben, neue Industrialisierung in Deutschland wieder schaffen.
00:18:05: Denn den Prozess aufzuhalten, eine Erneuerungskrise, die hältst du nicht auf!
00:18:10: Du kannst nur nach vorne aus ihr Raus modernisieren.
00:18:12: und das ist das was uns im Moment noch fehlt.
00:18:16: Ja da komme ich natürlich auch mit der Transformationsforschung her.
00:18:19: Das überlegt ja.
00:18:20: Strukturwandel bedeutet natürlich auch dass wir neue Strukturen schaffen und andere loslassen.
00:18:28: Also ist ja erst mal eine gute Nachricht.
00:18:29: Wenn du sagst, das braucht gar nicht komplett neue Berufe sondern es brauche eben Weiterbildung.
00:18:33: viele Grundlagen gibt es.
00:18:35: man muss die Bereitschaft entwickeln Durch Unterstützung durch Einladung wahrscheinlich auch durch ein Diskurs.
00:18:41: Ich erinnere mich nochmal wie ich mit der Digit B-Chefin da saßen.
00:18:44: Die können einem Polier doch nicht sagen dass sie in der Pflege arbeiten sollen.
00:18:47: Warum eigentlich nicht?
00:18:49: Und dann kam als Antwort noch ich bitte Sie und habe gedacht Nee das genau das Problem.
00:18:53: also wenn wir so darüber reden als wäre es eine Zumutung dann ist es ja tatsächlich schon kulturell und diskursiv so verstellt, zu sagen ich erfinde mich noch mal neu statt.
00:19:03: Das müsste man ja fragen, woran liegt's?
00:19:05: Hat das eine Gender-Konultation?
00:19:06: Hat es wirklich diese großen Unterschiede zwischen unterschiedlichen Sektoren, Industriearbeitsplätze sind natürlich ganz anders vergütet aktuell als jetzt Kehrarbeit oder liegt es an Räumlichkeiten?
00:19:16: also man muss ja erstmal die Gründe finden warum dieses Wechseln anscheinend so unattraktiv ist um Antworten zu generieren Mit dieser Dynamisierung, was sind da gute Beispiele?
00:19:27: Manchmal müssen wir ins europäische Ausland schielen.
00:19:29: Aber vielleicht gibt's hier Ansätze ...
00:19:32: Es gibt durchaus auch gute Bespiele, wo Wege in die Pflege führen.
00:19:36: Da gibt es Programme, die erfolgreich sind und trotzdem würde ich es nicht notwendigerweise emotional aufladen um zu sagen, Ich halte das nicht für den Hauptweg, wie wir die Sache lösen können.
00:19:50: Die Leute, die echt technische Industriejobs gelernt haben sich damit identifizieren.
00:19:55: Die haben das auch aus einem bestimmten Grund irgendwann mal getan.
00:19:58: Weil das ihr Ding war, weil sie das wollten und was anderes nicht so gut konnten oder nicht so wollten.
00:20:04: Und dann haben Sie auch Ihren beruflichen Stolz in etwas entwickelt.
00:20:08: Das ist schon etwas, dass man respektieren sollte.
00:20:12: Und die gute Nachricht ist wir können das auch durchaus respektiren.
00:20:16: Denn genau die Leute ... die brauchen wir auch nach wie vor mit ihren Fähigkeiten, die sie haben.
00:20:22: Denn das was wir Transformation nennen ist kein Science-Fiction.
00:20:27: Gerade die ökologische Transformation kann uns in neue technologische Industriebereiche bringen – mit neuen Produktionsverfahren und Windkrafttechnik oder Wasserstofftechnik Ganz technischen Dingen, grüne Transformation ist eine technische Sache.
00:20:44: Und in technischen Ding sind wir in Deutschland gut und diesen Umschwung brauchen wir.
00:20:48: da müssen die nicht einen ganz anderen Beruf lernen.
00:20:50: das ist die gute Nachricht.
00:20:52: aber der Punkt den du ansprichst es schon entscheidend man muss diesen Aufbruch schaffen um dahin zu kommen.
00:20:59: ich nenne's weiterentwickeln statt Umschulen wenn Umschule gewünscht ist und der Weg in die Pflege führen soll.
00:21:06: auf jeden Fall Wir brauchen da ohne Ende.
00:21:09: Aber in vielen Fällen kann es eine Weiterentwicklung sein, die vielleicht über eine gezielte Qualifizierung eher von Monaten und nicht von Jahren geht.
00:21:19: In einen anderen Anwendungsbereich weckt weg vom Verbrennermotor hin zu Maschinenbauer im anderen Bereich.
00:21:25: Das sind die Dinge, die wir da unbedingt brauchen und dafür müssen wir die Pakete schnüren.
00:21:30: Jemand der bisher Verbrenner gemacht hat weiß nicht wo Maschinbauer in der Windkraft gebraucht werden.
00:21:35: Der braucht Beratung.
00:21:37: eine gute Vermittlung.
00:21:38: Der braucht genau diese gezielte Qualifizierung, so mit mittlerer Länge und der braucht auch sagen wir mal noch eine gewisse finanzielle Unterstützung.
00:21:47: also mein Vorschlag wäre im Moment fließen Abfindungen ohne Ende in der Industrie und zwar genau dafür dass wir guter Leute stilllegen.
00:21:56: Entschuldigung
00:21:57: für das Wort aber es trifft es leider.
00:22:00: Sagen wir doch einfach wenn du den Weg in den nächsten Job gehst Dann kannst du die Abfindung, die du jetzt bekommst über die nächsten fünf Jahre von deinem Arbeitseinkommen steuerlich absetzen.
00:22:13: Das bedeutet wenn man dann den Weg in den nächsten Job geht und wieder Erwerbseinkommen hat, kann man die Hundertfünfzigtausend Abfindungen, die man da bekommen hat als Absetzsumme in der Steuererklärung verteilen.
00:22:25: Hat dafür wirklich noch mal einen Anschub auch falls vielleicht der neue Lohn noch nicht gleich so gut ist, wie man den beim Autobauern mal hatte.
00:22:33: Hat dann fünf Jahre Entwicklungszeit um da auch wieder Seniorität Erfahrung zu erlangen.
00:22:37: die Branche entwickelt sich weiter.
00:22:39: So stelle ich mir einen Umschwung vor denn Bewegungen im Arbeitsmarkt das ist im Moment das was uns fehlt.
00:22:46: ja
00:22:47: Drehscheibe habe Ich mal als ein Begriff dafür gehört.
00:22:50: wo dann eben auch gerade in einer Region?
00:22:52: weil das war wie auch wenn ich irgendwo mein Leben wirklich verankert hab dann möchte ich vielleicht nicht unbedingt von Nord nach Süd ziehen, aber in Regionen genau dieses Matching zu suchen.
00:23:01: Wo werden ähnliche Kompetenzen gebraucht?
00:23:05: Dänemark wird immer so genannt mit Flexicurity und solchen Sachen.
00:23:09: Würdest du sagen die denken das noch weiter.
00:23:12: was haben sie weiter gedacht?
00:23:13: warum?
00:23:13: es scheint da einfacher weil ich habe schon das Gefühl dass hier die Notwendigkeit zum Job wechseln häufig mit Abwehrkampf konnotiert wird.
00:23:22: hat das mit Selbstidentifikation auch in der Debatte oder Gewerkschaften müssen verhindern, dass die Jobs gehen.
00:23:30: Dann hab ich aber auch wieder ganz tolle Gewerktschaftsvertreter, die gesagt haben Nein Just Transition zum Beispiel müssen wir unterstützen.
00:23:35: also wie können wir eigentlich die Betroffenen zu Beteiligten machen genau in solchen Prozessen?
00:23:39: Wie diese Pakete zu schnüren?
00:23:41: was brauchen sie rüberzugehen?
00:23:43: Also das wird so da wird ja auch so viel Schuldig gesucht wer eigentlich da gerade blockiert und nicht.
00:23:50: Hast du da ein paar Ideen Beispiele vielleicht wo man das gut dass ich finde, es braucht dieses Gemeinschaftswerk.
00:23:56: Das klingt auch durch Paket schnüren.
00:23:59: Da muss ich wissen was sollte da rein und wie wird das attraktiv?
00:24:03: Und wen beteilige ich daran?
00:24:06: Die Gründe dafür liegen tatsächlich in unserem früheren Erfolg.
00:24:14: Wir hängen im Moment an den letzten Resten des Wirtschaftswunders dass wir uns festklammern und dabei die Chance verpassen, ein neues zu erreichen.
00:24:25: Weil in dem, wo wir halt mal die Meister waren ... Und weil wir da einfach schwer von lassen können.
00:24:33: Das ist ganz naturgemäß so.
00:24:34: Da braucht man eigentlich auch keine Schulddebatte darüber zu führen, weil es ein normales menschliches Verhalten ist.
00:24:43: Dass man so aufnehmen sollte, das spricht eine Menge ... Erfahrung, eine Menge Stolz auf das Geschafte auch heraus.
00:24:52: Und das kann man sicher zu Nutzen machen.
00:24:54: Eine Menge Erfahrung bringt ja auch was, wenn man sie in die richtige Richtung kanalisiert.
00:25:00: und da ist in der Tat das Entscheidende, dass man dann Politik-, Personalpolitik-, Arbeitsmarktpolitik- auch Steuerpolitik so ausrichtet, dass wirklich den Schritt zu gehen ... Die Gewinnerstrategie wird gegenüber der Strategie, ich habe kein Vertrauen darin.
00:25:17: Ich habe keine Perspektive.
00:25:19: Dementsprechend ist die Sicherung dessen was ich jetzt noch in Bihabe möglichst lange sozusagen die optimale Strategie.
00:25:25: das ist im Moment das was wir sehen.
00:25:29: Ich bin nicht so optimistisch was die Flex Security-Strategie die Verdehne mark oft angeführt wird dann angeht.
00:25:38: Das heißt auf gut Deutsch den Kündigungsschutz runter Dafür die Unterstützung in der Arbeitslosigkeit hoch.
00:25:46: Kündigungsschutz runter, Kündigungsschutz hat aber auch wirklich klare positive Seiten, warum es ihn überhaupt gibt.
00:25:53: Nämlich Menschen haben dann die Sicherheit.
00:25:56: sie lassen sich viel mehr auf ihren Job ein investieren in ihren Job und in ihre Qualifikation dafür vielmehr als wenn Sie genau wissen, Sie können jederzeit wieder weg vom Fenster sein.
00:26:05: davon haben wir enorm profitiert.
00:26:09: Gleichzeitig, wenn ich jetzt nur darauf setze okay jeder kann arbeitslos werden aber dann bekommt er halt lange und viel Arbeitslosengeld.
00:26:15: Dann wissen wir leider auch lange und viele Arbeitslosengeld auszahlen führt dazu dass Menschen auch lange aus der Arbeitslosigkeit nicht rauskommen.
00:26:25: das lässt sich Leider auch nicht weg diskutieren.
00:26:28: dementsprechend ist auch flex security sozusagen nicht der stein der weisen sondern Ich muss genau in einer solchen Transformationsphase die richtigen Mitte ergreifen, eins könnte zum Beispiel sein was will ich denn?
00:26:43: Ich will das neue Jobs durch Risikoinvestitionen in neuen Bereichen geschaffen werden.
00:26:47: Also könnte ich einfach sagen den Vorschlag haben wir auch gemacht da wo Risikoinvestitionen getätigt werden, da bekommt man dann auch mehr Flexibilität längere Befristungsmöglichkeiten für Jobs weil man halt nicht weiß wie es in zwei oder drei Jahren aussieht.
00:27:02: Und genau so was gibt es übrigens schon für Start-ups in Deutschland.
00:27:06: Die dürfen sowas länger machen, weil man denen nämlich zugesteht.
00:27:09: Wenn ihr euch jetzt neu gründet, dann wisst ihr nicht, was in drei Jahren ist und die Mentalität muss man auch wieder stärker aufbauen.
00:27:16: Wie's bei kleinen Unternehmen ja auch ist.
00:27:18: Also wenn man will kann man sie unterschiedlich gestalten ein bisschen eben tatsächlich an diese Situation angepasst.
00:27:25: Richtig!
00:27:26: Uns muss klar sein.
00:27:27: also dieser ewige Spruch wir müssen die guten Industriejobs in Deutschland halten Dafür gibt es keine Chance.
00:27:37: Das ist längst passé, wenn wir versuchen das abzuwehren und gute Industriejobs in Deutschland zu halten, dann wird es weiter so gehen dass es jeden Monat fünfzehntausend davon weniger gibt.
00:27:47: Wir müssen die neuen guten Industrie Jobs in Deutschland wieder schaffen!
00:27:51: Das ist das Entscheidende Und das können wir mit den Menschen, die die alten Jobs ausgeübt haben und dafür brauchen wir eine intensive Qualifizierungsstrategie die Menschen dann auch mitnehmen kann.
00:28:05: Und es gibt übrigens erhebliches Interesse durchaus in neuen Bereiche reinzugehen, das zeigen auch Befragungen aber es gibt eben auch erhebrliche Hürden auf dem Weg.
00:28:15: Das heißt dieses Interesse nutzbar zu machen indem man wirklich ganz konkret da ansetzt wo der Schuh drückt und dann die Wahl nach vorne gehen zur besseren Macht gegenüber abwehren.
00:28:29: Das ist das was Politik machen muss.
00:28:32: Dafür braucht ihr eine gewisse Konsistenz.
00:28:34: Das ist ja auch Teil dieser Debatte aktuell, es ist schwierig wenn's nur darum geht das muss billiger werden, das muss weniger kosten.
00:28:40: Jesus und jenes um.
00:28:41: die Frage ist ja wofür?
00:28:43: Also wo führt uns das hin?
00:28:44: wie soll denn dieser Standort in Zukunft aussehen?
00:28:46: weil dann habe ich Orientierung, da hab' ich ne Gewisse Investitionssicherheit.
00:28:50: Dann weiß ich, da werden neue Märkte entstehen Da wird vielleicht Nachfrage durch die öffentliche Hand unterstützt.
00:28:57: Genau davon sprechen wir in vielen Bereichen von der Transfonsionshorschung auch.
00:29:00: Das ist halt eine Klarheit, eine Missionsorientierung irgendwo eine mutige Richtungssetzung im Stück weit braucht.
00:29:07: Dann hören wir auf der anderen Seite ... Nein, das muss alles der Markt regeln!
00:29:11: Wie würdest du aus der Arbeitsmarktperspektive da reingucken?
00:29:15: Der Markt muss es regeln und er muss von der Politik schleunigst in die Lage versetzt werden, das unter transformierten Bedingungen tun zu können.
00:29:23: Weil niemand im Moment sich die Finger mit irgendwelchen Investitionen verbrennt.
00:29:28: Und ich kann auch niemandem dafür kritisieren, denn ... Also ob ich in einem Land in Windkraft investieren möchte oder der Kanzler sagt das ist hässlich?
00:29:38: Oder ob ich neue Heizungstechnologien investieren will wenn jeder ... parteipolitische Colloia wieder ein anderes Chaos in dem Bereich stiftet, sodass am Ende gar keiner mehr irgendeine Heizung kauft.
00:29:50: Wenn ich mir überlege, will dieses Land jetzt eigentlich E-Mobilität oder doch lieber auf den letzten Resten des Verbrenners noch zehn Jahre weiterfahren?
00:29:57: Wo soll da die wirtschaftspolitische Linie sein?
00:30:00: Bauen wir jetzt die Gaskraftwerke aus oder machen wir das jetzt ernst mit den erneuerbaren Energien?
00:30:05: Daran ist die Ampel gescheitert und im Moment läuft es leider auch nicht so dass die klare Linie erkennbar wäre.
00:30:12: Aber diese Antizipierbarkeit müsste tatsächlich da sein und deswegen ist es so entscheidend, dass man sich
00:30:20: auf
00:30:20: eine wirtschaftspolitische Linie wirklich zusammenrauft.
00:30:24: Diese Antizepierbarigkeit geht auch reingeht in die Förderung.
00:30:28: aber dann heißt das ja immer Staat weiß jetzt anscheinend wieder besser Als Markt.
00:30:32: Nee, Staat weiß auch nicht besser als Markt.
00:30:35: Deswegen muss sich Staat für eine solche Politik ganz klare transparente Regeln geben.
00:30:40: Industriepolitik muss raus aus dem Hinterzimmer und rein in ein modernes transparentes Politikfeld mit klaren Zeithorizonten, mit Evaluationen die auch wissenschaftlich durchgeführt werden soll, mit Anpassungsmöglichkeiten und dann auch Exit- und Weiterentwicklungsoptionen.
00:30:56: wenn dann einiges was man entschieden hat eben dann Nicht so gut läuft, daran kommt man dann nicht vorbei.
00:31:02: Weil man ja auch als Staat vorher nicht hell sehen
00:31:05: kann.".
00:31:05: Das ist ganz entscheidend und daran muss ich die Infrastrukturinvestition orientieren.
00:31:13: Diese Koalition hat fünfhundert Milliarden selber in die Hand genommen.
00:31:19: Das war ihre erste Entscheidung bevor sie überhaupt die Koalition war.
00:31:22: Daran ist die Ampel zerbrochen.
00:31:26: aber wie man dieses einsetzt das ist das viel Entscheidende.
00:31:30: Also, wenn alle Schlaglöcher dieses Landes zu sind und alle Schultoiletten saniert.
00:31:35: Dann sieht das Land sicherlich schöner aus aber es ist wirtschaftlich nicht stärker.
00:31:40: Wir brauchen die Infrastrukturinvestitionen, die neue Geschäftsmodelle ermöglichen also die Datennetze, die Rechenzentren, die Wasserstoffnetze ,die moderne Verkehrsinfrastruktur usw.
00:31:53: Nur dann können wir erwarten dass wir aus diesem stark Nationstrend mal nach oben ausbrechen können Und mit einer staatlichen Beschaffung wirklich auch ganz klar Technologiepolitik betreiben.
00:32:05: Also die hundert Milliarden, die man da in der Hand hat – das ist so ein Privileg!
00:32:09: Damit kann ich kritische Masse in Märkten, Kickstarten, die sonst niemals von alleine loslaufen würden.
00:32:16: Da muss man sich einiges abschauen und dann machen die USA zum Beispiel einiges besser.
00:32:19: Man muss die Rüstungspolitik der USA nicht gut finden.
00:32:22: Aber Technologie-Politik können Sie manchmal schon ... tatsächlich ganz gut.
00:32:27: Und dann muss ich auf Gründungen gehen, immer wenn es in Deutschland ein wirtschaftliches Problem gibt ist ganz schnell ein Gipfel einberufen wo alle Großkonzerne zusammenfinden.
00:32:37: dabei liegt die der Schlüsse der Sache eigentlich in der neuen Dynamik in den Gründungen die ich industriell auch ganz anders noch skalieren muss.
00:32:45: alles das bräuchte Ich und einen modernen Staat mit geringem Bürokratiekosten Den bräuche ich auch.
00:32:52: Worauf wir uns verlegen, ist stattdessen, wir müssen wieder wettbewerbsfähiger werden.
00:32:57: Was Synonym ist mit geringeren Lohnkosten?
00:33:04: Und dann frage ich mich ... Geringere Lohenkosten!
00:33:10: Was soll das für eine Wettbewerkungsfähigkeit sein?
00:33:12: Löhne sind Einkommen.
00:33:14: Wollen wir jetzt konkurrieren um geringer Wohlstand?
00:33:18: Löne resultieren aus Produktivität.
00:33:21: Wollten wir jetzt konkurrieren?
00:33:25: Löhne finanzieren Sozialversicherungen.
00:33:28: Wollen wir jetzt konkurrieren um schlechtere soziale Absicherung?
00:33:32: Wir müssen nach oben konkurrieren, besser werden.
00:33:35: wir brauchen die Topqualifikationen, die Wirtschaftspolitik dafür, die Innovationsbedingung und die Investitionsanreize, die Infrastruktur, die wirtschaftlichen Netzwerke all das.
00:33:44: wir müssen nach obendraus konkurrien.
00:33:46: Das ist Wettbewerbsfähigkeit und nicht auf der Lohnseite.
00:33:50: Hohe Löhnen sind ein Ausweis von wirtschaftlichem Erfolg.
00:33:54: Wir haben die sechsthöchsten Löhner in Europa, die sechsthöchsten
00:33:57: Lohnkosten.".
00:33:59: Ich behaupte, wir müssen die allerhöchste Lohn-Kosten in Europa sein – nur dann sind wir wirklich erfolgreich!
00:34:05: Oha ok und wie kommen wir da hin wenn dann alles immer sagt naja aber die Lohnstückkosten sind hier jetzt eh schon nicht mehr vergleichbar?
00:34:12: Dann müssen wir an anderen Teilen Produktivität nachschärfen oder eben tatsächlich Aussagen, ja vielleicht gibt es hier im europäischen Raum dann auch eine gewisse Sicherung entgegen.
00:34:25: Der Abwärtsspirale nach außen wie wir das bei CO² versuchen mit den... dass man Ausgleichszölle macht, wo man weiß.
00:34:32: Da wird einfach faktoriell eine bestimmte Qualität mit die CO-Bepreisung nicht in dem Produkt von außen auflaufen aber wird ein Preis Schub innen für die Konzerne und Unternehmen, die das hier bezahlen müssen bedeuten.
00:34:46: also weil das kommt ja immer als Argument wir können nicht dagegen antreten.
00:34:48: Also wenn neun neun sechs in China ... Die arbeiten eben von neun bis neun sechstage die Woche.
00:34:54: Und wie wollen wir denn mit den hohen Löhnen dagegen bestehen?
00:34:58: Konterintuitiv für allem, was wir jetzt gerade hören.
00:35:01: Das finde ich super!
00:35:02: Ja aber welche Chance haben wir denn unsere Löhne so weit zu drücken dass wir gegen sowas kostenseitig antreten können?
00:35:09: Da landen wir doch am Ende auf dem Niveau von Bangladesh also als Reaktion auf wirtschaftlichen Misserfolg.
00:35:16: die Löhnen zu senken ist eine Kapitulation und wir können auch nicht unser Geschäftsmodell aufgeben.
00:35:22: Wir müssen es erneuern.
00:35:24: Und in der Tat, wir können diese Lohnkosten nicht mehr tragen.
00:35:27: Wenn wir nicht irgendwann mal die Produktivität hochbringen und das schaffen wir mittlerweile seit fünf Jahren nicht mehr.
00:35:32: Die Investitionen gehen immer weiter runter und die Produktativität geht nicht mehr hoch.
00:35:37: Und wenn ich pro Stunde natürlich nicht mehr rausholen kann dann kann ich pro stunde auch nicht mehr zahlen.
00:35:43: Das ist auch völlig klar.
00:35:45: also Ich habe volles Verständnis für alle Betriebe den gerade die Kosten über den Kopf wachsen und jetzt kommen nochmal die Energiekosten oben drauf.
00:35:52: Das ist eine untragbare Situation.
00:35:55: Aber die Frage ist, auf welcher Seite wir daraus ausbrechen?
00:35:58: Wollen wir uns jetzt runterschrumpfen ... Wirtschaftslandes, das sich sozusagen geschlagen geben muss hinter den Champions.
00:36:10: Die künftig die Nummer eins sind?
00:36:12: oder erinnern wir uns daran mal dass wir mal Industrieland Nummer Eins sind und schaffen unter neuen transformierten Bedingungen ökologische Transformation KI-Bedingungen die Voraussetzungen dafür, dass wir das auch wieder werden können.
00:36:26: Wir sind nämlich nicht das erfolgreichste Industrieland der Welt geworden weil wir uns gesund geschumpft hätten sondern weil wir halt mal innovativ und leistungsfähig waren.
00:36:37: Und das können wir durchaus auch noch wieder sein, das ist ja nicht alles weg.
00:36:41: aber in der Welt hat sich was getan.
00:36:43: die Handelspolitik hat sich grundsätzlich geändert leider zum negative.
00:36:49: Technologien haben sich gewandelt gegen die Technologien, in denen wir die Stars waren.
00:36:55: Das muss man zur Kenntnis nehmen.
00:36:57: Trotzdem ist enorm viel drin.
00:36:59: Die Potenziale sind da.
00:37:00: Die Industrialisierung ist kein Automatismus und da kann man ... Du hast grade vorgeschlagen, dass man dann
00:37:07: z.B.,
00:37:08: was CO²-Bepreisungen und Ähnliches angeht, das man da gegenüber anderen, die niedriger Standards haben, auch entsprechende Hürden aufbaut?
00:37:18: Das kann man durchaus machen!
00:37:20: Also heutzutage wird ja nicht mehr Freihandel gespielt.
00:37:22: Heutzutag wird Ellbogen gespielt und dieses Spiel darf man auch mitspielen, um den Respekt auf internationaler Ebene zu bekommen.
00:37:32: Ich rate dennoch dazu allen die nach wie vor auf Freihandelsätzen dann auch die Kooperation anzubieten damit das Nachmöglichkeit noch immer die dominierende Strategie in der Welt bleibt Trotz aller Schwierigkeiten, die Freihandel bringt auch enormen Wohlstand.
00:37:54: Und das sollte man nicht fahrlässig
00:37:56: aufgeben.".
00:37:57: Da gibt es ja auch immer Lösungen, also wie kann ich bei jetzt auf dem afrikanischen Content unterwegs?
00:38:01: Da wurde das als grüner Protektionismus gesehen.
00:38:04: Aber gleichzeitig brauchen wir einen CO-Preis um die Foxwirtschaft anzureizen eben tatsächlich fossilen raus zu nehmen und die Märkte zu schaffen.
00:38:11: Und da gibt's ja auch Möglichkeiten zu überlegen.
00:38:13: okay vielleicht kann man das was ein Preis eingenommen würde dann tatsächlich in den Ländern reinvestieren und damit unterstützen dass da die Grüne Transformation oder eben auch ein co zwei freier Stahl unterstützt wird.
00:38:26: ganz stark auf das Design der Instrumente eben auch an, ob man mehrere der Bedürfnisse in Richtung Partnerschaftlichkeit da eben auch unterbringen könnte.
00:38:34: Darauf kommt es an und der CO-Preis wird sowieso missverstanden.
00:38:38: Der CO-Preis dient doch nicht dazu den Standort Europa teurer zu machen.
00:38:42: Nein, mit so einem
00:38:43: günstigen Preis.
00:38:44: Der CEO-Preist dient dazu die eine Art von auslaufenden Energien zu belasten um die andere entlasten zu können.
00:38:52: Wenn ich irgendwas billiger machen will in Europa, dann gebe ich doch nicht freiwillig diesen tollen Marktmechanismus auf.
00:39:00: Den habe ich in der Hand und der auch wirksam ist, sondern muss sich andere Kosten senken.
00:39:06: Dann senke ich halt die Pauschalsteuern auf Energie aber nicht dir auf CO-II-Energie was wir jetzt wieder nach dem Ölpreisschock selbstverständlich wieder getan haben.
00:39:16: Kaum ein paar Wochen vergangen war schon die Steuer ... auf Energie runter, aber nicht die auf Energie sondern die auf fossile Energie.
00:39:24: Da fragt man sich warum man vorher ein CO-Preis erfunden hat wenn man dann gleich so was wieder macht?
00:39:31: Ja, ich glaube das geht in der Debatte immer so schnell unter.
00:39:33: Dass die Steuern steuern ja auch tatsächlich eine Richtungsorientierung klarmachen sollen und diese Richtung Sicherheit braucht es genau um Investitionen rechtfertigen zu können, um Pfade sehen zu können wie ich eben alternative Technologien reinbekomme, reinaus einer Kosten-Nutzenperspektive.
00:39:51: Und deshalb gibt es diese Pauschal-Themen, auch die pauschale Erhöhung der Mehrwertsteuer jetzt anstatt zu überlegen.
00:39:57: Auch da ist natürlich Lenkungswirkungen drin.
00:39:59: in der Gastronomie haben wir sehr auch reduziert.
00:40:02: Warum gibt es da nicht auch Möglichkeiten beispielsweise eine Besteuerung von den tierischen Lebensmitteln?
00:40:09: Weil sie mal einmal begünstigt worden waren muss man eigentlich ewig durchziehen.
00:40:12: warum wenn das Preissignal so wichtig ist?
00:40:15: aber das heißt Was du ja gerade beschreibst und du hast das mit dem Begriff Erneuerungspolitik, finde ich gut auf den Punkt gebracht ist.
00:40:23: Dass diese ganze Arbeitsmarkt und welche Arbeitskräfte brauchen wir?
00:40:28: was es Facharbeit viel damit zu tun hat mit der Frage, wo wollen wir tatsächlich hin?
00:40:33: Und dass wir um diese Zieldiskussion uns nicht so rumdrücken können.
00:40:37: Das geht mir häufig verloren.
00:40:39: Wenn behauptet wird, der Markt macht das, kommen all die Dinge gar nicht vor, die wir jetzt gerade iratisch ein paar beschrieben haben, Märkte sind nie frei, sondern sie werden immer genatscht und Wachstum hat nicht nur eine Höhe, sondern auch ne Richtung.
00:40:54: Was wäre das?
00:40:54: Ich wünsch mir so stark, dass wir diesen Stolz und diese Idee von.
00:40:57: Wir können das schaffen.
00:40:58: Wir könnten anderer Standort werden viel mehr transportieren könnten anstatt alles nur als Zumutung erscheint.
00:41:04: Und dafür braucht es natürlich auch Vision.
00:41:07: wer kann die halten?
00:41:08: also wenn die Politik dazu gerade nicht so richtig in der Lage scheint Wo würdest du Akteure sehen die sagen hey wir schaffen das das muss doch gehen und da geht's dann und Wir schaffen gemeinsam vor allem den Weg noch viel schneller.
00:41:23: Nehmen wir mal so den Klassiker, an dem man im Moment immer scheitert.
00:41:27: Die KI-Diskussion.
00:41:28: Ja.
00:41:29: Enorme Negativdiskussionen.
00:41:32: Wir haben eine Technologie die ja nicht beschränkt ist auf irgendeinem ... Nicht wie früher, wir haben eine neue Produktionslinie aber die wirkt sich nur in bestimmten Fabriken aus oder so.
00:41:42: Das ist eine Art von Technologie, die quer durch die Bank in der Wirtschaft in verschiedenen Anwendungsfällen Geschäftsmodelle hervorbringen wird, Effizienzen bringen wird einsetzbar.
00:41:54: Wir berichten über jeden Fortschritt von KI wie über eine Naturkatastrophe.
00:42:00: Das macht uns was kaputt!
00:42:04: Die häufigste Frage, die ich zu KI gestellt bekomme ist Herr Weber, Sie sind noch Arbeitsmarktforscher ...
00:42:09: Wie viele
00:42:10: Jobs?
00:42:11: Und noch viel wichtiger können sie mir mal einen KI-sicheren Job empfehlen?
00:42:17: und dann frage ich normalerweise okay ein KI sicherer Job?
00:42:23: Ist das dieser Job der vom technologischen Fortschritt so völlig abgekoppelt ist.
00:42:30: Ist das dieser Job, in dem sich auch die Tätigkeiten nicht ändern werden und genauso Öle bleiben wie die letzten zwanzig Jahre?
00:42:38: Ist es dieser Job wo keine Technologie irgendwie die Produktivität erhöhen wird und damit übrigens auch die Löhne nicht steigen werden?
00:42:46: Meinen Sie tatsächlich den Job, den wollen sie haben?
00:42:50: Also nee, so war das jetzt nicht gemeint!
00:42:53: Und dann kommen Sie irgendwie ins Überlegen Wir schauen irgendwie darauf, was könnte KI für uns übrig lassen?
00:43:03: Und das machen wir Menschen dann.
00:43:06: Was soll das für eine Perspektive sein?
00:43:08: Wir schauen auf Tätigkeiten die ... Menschen gestern wahrgenommen haben, die KI heute übernimmt.
00:43:17: Wir müssten eigentlich schauen, welche Chancen haben, Menschen Tätigkeit morgen wahrzunehmen und zwar als Entwicklung aus eigenem Recht Nicht um zu gucken, welche Krümel fallen bei der KI runter.
00:43:29: Da gäbe es enorme Möglichkeiten!
00:43:31: Was für tolle Jobs man auch bauen könnte... Und dann muss ich ja irgendwann wieder zu deiner Frage kommen.
00:43:39: Muss man genau schauen wie kommt man genau von der Denkweise Ich will irgendwo hin wo KI nicht hinkommt?
00:43:49: Dahin zu.
00:43:50: das kann mir weiterhelfen.
00:43:52: Ich nehme das in die Hand und schau mir das an wie ich vorangehen kann.
00:43:57: Da kann man auf personalpolitischer Ebene enorm was machen.
00:44:02: Zum Beispiel niederschwellig erst mal Möglichkeiten geben, für die meisten Menschen ist KI Science Fiction.
00:44:08: Das ist so eine Roboterhand auf den Spiegel-Titel, die jemanden vom Arbeitsplatz wegzerrt.
00:44:13: Na ja, so ganz kurz diese Tech-Innovation in den USA sind ja jetzt auch nicht unbedingt immer nett.
00:44:19: Jetzt war ja eine Riesenaufruhr mit Disney das die ganzen Künstler und Kreativen alle rausgesetzt wurden weil die KI jetzt die siebzehnte Ableitung ihrer originären Ideen viel billiger in die Weltspuk.
00:44:29: Also so ein bisschen besorgt zur Frage, wo läuft das hin und wie.
00:44:32: Und vor allem wer gewinnt dabei?
00:44:34: Wer hat dann noch Löhne oder kriegt Grundeinkommen und soll Gardening zur Selbsterfüllung machen?
00:44:40: Ich glaube die generelle Frage, wer bestimmt, wie die eingesetzt wird und wird daran reichen, die müssen wir ja schon diskutieren!
00:44:47: Die müssen wir diskutieren.
00:44:50: aber man wird da nur irgendwie auf ein grünes Blatt kommen wenn man irgendeine Art von Selbstwirksamkeit sehen kann.
00:44:59: Und die bekomme ich nur, wenn ich erst mal Zugang habe.
00:45:02: Wenn ich erst einmal niederschwellig anfangen kann ... Okay das ist auch für mich durchaus erreichbar und greifbar!
00:45:10: Und wenn ich diese Schwelle erstmal überwunden habe dann fange Menschen an weiterzulaufen.
00:45:16: Wir können niemals erfolgreicher sein als wenn forty-fünf Millionen Menschen im Arbeitsmarkt anfangen weiter zu laufen.
00:45:22: Im Moment tun sie das nicht.
00:45:24: Das ist Grundvoraussetzung dafür irgendeinen Erfolg damit generieren zu können.
00:45:30: Und dafür kann ich dann politisch die Voraussetzung schaffen, ich kann zum Beispiel Qualifizierung in der ganzen Breite fördern mit ganz simplen Methoden nicht bürokratisch sondern ich kann sagen jeder Qualifiziertag in Zukunft kann von der Steuer mit einer Pauschale ganz simpel abgesetzt werden keine Anträge, keine Kontrolle.
00:45:55: Die Vierqualifizierer werden belohnt und die anderen kriegen den Anreiz das zu werden, damit man endlich mal in so eine Richtung
00:46:01: geht.".
00:46:02: Das halte ich erst einmal für das Entscheidende, wie wir in eine andere Debatte reinkommen.
00:46:09: Das negiert überhaupt nicht, dass Menschen dadurch Unterdruck geraten.
00:46:12: Das ist nämlich der Fall!
00:46:15: Heute geraten sogar Informatikerunterdruck von denen man vor ein paar Jahren gedacht hätte ... Die können sich ja immer alles aussuchen und können wir nie genug von bekommen.
00:46:25: Heute steigt da die Arbeitslosigkeit, natürlich brauchen wir nicht mehr so viel Übersetzungsleistungen wie früher.
00:46:29: Wer in dem Bereich war der bekommt erst mal Druck.
00:46:33: das ist alles definitiv so.
00:46:37: Trotzdem sehen wir es dominiert nicht den Arbeitsmarkt in dem Ausmaß Wie das korportiert wird durch öffentliche Debatten.
00:46:47: also zum Beispiel Ja, Akademiker sitzen heute mit im Boot.
00:46:53: Die sind nicht mehr immun gegen jede Art von Verschiebungen.
00:46:56: In jeder Krise in der Vergangenheit sind die Akademika locker durchgelaufen.
00:47:00: Heute sitzen sie mit im Boot und die Arbeitslosigkeit ist da auch gestiegen.
00:47:04: Trotzdem ... Die Beschäftigung von Akademikern ist heute höher denn je!
00:47:11: Die ist wie an der Schnur gezogen weiter nach oben gegangen.
00:47:15: Und Menschen mit akademischer Ausbildung haben sogar von ihrem Abstraktionsvermögen her, von ihrer Lernfähigkeit her.
00:47:23: Von der Ausrichtung her die besten Möglichkeiten auch so ein weiter Entwicklungsfahrt zu gehen, den man jetzt gerade braucht.
00:47:30: und das ist die positive Sichtweise, die wir da haben.
00:47:37: Und dementsprechend sehe ich die Lage wenn ich auf die Zahlen schaue nicht so negativ wie sie diskutiert wird.
00:47:44: Das ist das Entscheidende Das, was du gesagt hast.
00:47:48: Neue Technologien üben auch Macht aus.
00:47:50: Nämlich die Macht derjenigen, die sie in den Händen haben.
00:47:54: Das ist definitiv so und genau deswegen müssen wir aber Wettbewerb schaffen.
00:48:00: Müssen wir neue Dynamik schaffen?
00:48:01: Müssen Wir Gründungen schaffen?
00:48:03: das diversifiziert auch dass.
00:48:05: das schafft Alternativmodelle Aber das kann man nur aus einer Situation der Stärke heraus tun.
00:48:11: Man kann nicht immer nur sagen alles was Maske macht is irgendwie böse Auch wenn man damit vielleicht wahrscheinlich zu achtzig Prozent recht hat.
00:48:19: Aber es sind nun mal dominierende Technologien, denen man auch etwas entgegensetzen muss und das ist Wettbewerbsfähigkeit.
00:48:26: Zukunftsfähigkeit ist das nicht der niedrigste Lohn.
00:48:30: Ich glaube ... Das was du sagst kann man eigentlich ganz schön mit einer ganz kleinen Anpassung.
00:48:34: geredet haben wir über die Zukunft der Arbeit gesprochen.
00:48:37: Aber was ich höre, ist wir müssen über die Arbeit der Zukunft sprechen.
00:48:40: Weil dann fange ich mit Zukunft an und überlege mir, welche Tätigkeiten führen uns hin?
00:48:45: Und wie kann man die so gestalten, dass es eben gut zusammenfindet?
00:48:49: Und natürlich auch darüber sprechen, welchen Geschäftsmodelle helfen dabei?
00:48:52: Partizipationsmöglichkeiten?
00:48:54: Da sind wir im arbeitsrechtlichen Rahmen.
00:48:56: Wie kann man diese komplette Übervorteilung von Arbeitnehmenden, die keinen Schutz mehr haben, verhindern?
00:49:05: Umgekehrt ist es ja auch wichtig zu wissen, dass da jetzt so eine selbst erfüllende Prophezeiungsmaschine dran ist.
00:49:10: Wenn man sich überlegt wie sich diese großen KI-Unternehmen verschuldet haben, die müssen wir versprechen, dass sie das irgendwie zurückholen.
00:49:16: Das heißt, die sind fast abhängig davon, dass wir alles mit ihren Produkten durchkaisieren.
00:49:22: Deshalb diese Idee was könnte ein europäischer Antwort sein?
00:49:25: Wie ist das vielleicht anders konstruiert?
00:49:28: wird hier auch schon auf die nächste Level von Large-Language-Models, ist das überhaupt noch das gute Design?
00:49:33: Was wäre eigentlich eins, was vielleicht dann eher auch mit der soziale ökologischen Transformation zusammenpasst.
00:49:37: Mit der neuen Industriestruktur hier zusammenpasste?
00:49:39: all diese Kreativität geht ja häufig verloren wenn wir immer nur bei diesen ganz großen Stellschrauben und so sehr ja auch großkaunigen Debatten bleiben.
00:49:50: also dieses wo kommt Dynamikgestaltung?
00:49:53: wie kriegen wir die Freigesetze?
00:49:54: dieses Feststecken merken ja auch viele die eigentlich gute Ideen hätten in ihrem Job, wie sie zum Beispiel neue Technologie-, neue Arbeitskollaborationsmodelle umsetzen wollen würden.
00:50:03: Dann heißt es ne, ist so nicht vorgesehen, nee war noch nie so, nee passt mit den bisherigen Strukturen nicht gut zusammen.
00:50:13: Dass diese Strukture wandeln, um eigentlich mehr Kreativität und Effektivität freizusetzen in Deutschland schwieriger als anders wurde, auszubrechen?
00:50:22: Oder welche Allianzen brauchen wir dafür heute zwischen Unternehmen und Regionen sind das Länderebenen ... Ich komm gleich noch mal zur EU.
00:50:30: Weil ich manchmal den Anruf hab, die sind besser darin, Sachen auszuformulieren.
00:50:33: Kommt drauf an, wie jemand fragt!
00:50:35: Ja genau.
00:50:39: Also ich würd nicht sagen dass es in Deutschland per se schwieriger ist als in anderen vergleichbaren Ländern.
00:50:46: In der gegenwärtigen Situation ist es aber wahrscheinlich schon schwieriger, weil's in der gegenwertigen Transformation hat ganz stark und das geht was in Deutschland am allererfolgreichsten gewachsen war.
00:50:58: Und da weiterzukommen ... Ich will nicht sagen darauszukommen, das wäre jetzt gar nicht so mein Ziel.
00:51:05: Aber da weiterzukommen von etablierten höchsterfolgreichen Standards.
00:51:09: Das ist natürlich eine erhebliche Aufgabe.
00:51:14: Und so erklärt sich dann auch Ein Teil von dem, was wir sehen plus die immense wirtschaftspolitische Unsicherheit.
00:51:22: Die es gibt, die wirkt enorm hemmend.
00:51:26: sicherlich waren wir auch in einer ungünstigen Situation aufgrund der Energieabhängigkeit, die man viel früher hätte angehen können dass aber dann tatsächlich nicht gemacht hat.
00:51:36: Wir waren immer die allerersten vor Corona, die irgendwie gebremst haben, wenn in Europa mal ein neuer Standard vereinbart werden sollte.
00:51:45: Ja ... Das ist so.
00:51:47: diese Shocks haben uns in einer auch ungünstigen Situation getroffen.
00:51:52: Das muss man schon sagen, davon kann man sich jetzt nichts kaufen.
00:51:55: Sondern man muss in der Tat dieser Erneuerungskraft mobilisieren und ... Die gibt es ja an sich auch.
00:52:06: Das ist das, was ich bei dir immer rauslässt.
00:52:08: Wir haben die Facharbeitenden ... Es braucht Anpassungen aber gar nicht eine komplette Revolution.
00:52:15: Wir müssen eben diese Übergänge besser machen.
00:52:18: Und irgendwie ein neues Chat GPT in Europa danebenzustellen?
00:52:26: Das ist erstens nicht leicht, aber zweitens ist es keine Innovation.
00:52:32: Auch nicht wünschenswert, wenn man die Kollaterale steht.
00:52:37: Man kann ja sagen, man macht ein europäisches Schedule hier und das ist dann halt irgendwie ein bisschen anders.
00:52:42: Aber auch dann wäre es noch keine Innovation!
00:52:45: Damit würde man ja gerade mal irgendwie nachziehen hinter etwas, was andere vor vielen Jahren schon hatten.
00:52:52: Also was soll das?
00:52:53: Das ist ja auch kein innovativer Geist.
00:52:56: Dass hält etwas für Innovation, bis es da ist, schon längst Standard sein wird.
00:53:02: Trotzdem braucht man natürlich eine gewisse Unabhängigkeit.
00:53:06: Aber Innovation setzt da an, wo man aus eigenen Stärken etwas kreieren kann, dass man heute noch nicht kennt.
00:53:15: und das ist am Ende auch das Entscheidende bei aller politischer Planung die auch wünschenswert ist und allen politischen Aktionen.
00:53:26: Politik muss jetzt tätig werden aber Politik muss tätig diese heute noch unbekannten Dinge ihr Umfeld bekommen.
00:53:35: Und das heißt zum Beispiel, wir reden alle über Entbürokratisierung?
00:53:40: Wir kriegen nicht das ganze Land entbürokatisiert!
00:53:44: Ich rate dazu genau da anzusetzen wo man den größten Hebel hat verfolge alle Schritte nach die jemand der jetzt gründet oder jemand der eine innovative Investition tätigt durchläuft und vereinfache alles so maximal wie möglich entlang dieses Pfades.
00:54:04: Da hat man den stärksten Hebel, denn ansonsten läuft man sich sowieso tot.
00:54:08: wenn man wieder alles auf einmal will das wollten schon viele dann passet die Regeln so an dass wirklich die maximale Weiterentwicklungsmöglichkeit entstehen kann.
00:54:22: also zum Beispiel wir haben ja auch über Ausbildung geredet.
00:54:26: Ausbildung begreifen wir im wortwörtlichen Sinne, wenn sie dann gut war als Abschluss.
00:54:33: Ja genau und statt als Einstieg ne?
00:54:37: Was Gut war darf dann auch mal aufhören.
00:54:40: Und danach führen wir dann irgendwie so Qualifizierungsdebatten.
00:54:43: das kommt eben nicht so richtig in Gang.
00:54:44: weiter Entwicklung was kann man da machen?
00:54:46: irgendwelche Gesetze aber die greifen auch nicht so Richtig.
00:54:48: Wir brauchen eigentlich die nahtlose Verbindung von Ausbildung Schrägstrich Studium Weiterbildung mit den gleichen Institutionen, mit dem Kompetenzrahmen.
00:54:58: Mit einer fortgesetzten Förderung, mit einer Orientierung in welche Richtungen man gehen kann.
00:55:05: und dann sagt auch niemand mehr nach dreißig Jahren im Job Earth qualifizieren ah nee da bin ich zu lange raus.
00:55:11: das ist nämlich das aller häufigste Argument dass dann kommt und es total nachvollziehbar wenn man da erst mal tatsächlich draußen ist.
00:55:19: Das ist zum Beispiel ein so einen Ansatzpunkt wie man sagt das mache Arbeits- und Bildungspolitisch in Zukunft ganz anders.
00:55:29: Und ... dann muss ich das, was politischer ermöglicht wird auf die personalpolitische Ebene übersetzen.
00:55:38: Denn nicht alles kann die Politik bringen.
00:55:40: Und auch gewachsene Unternehmensstrukturen können durchaus sehr eng und bürokratisch usw.
00:55:46: werden.
00:55:47: Und da muss man sich tatsächlich an die eigene Nase fassen.
00:55:54: Das Kreativ-Potenzial, das Innovationspotenzial ist überall da.
00:55:59: Natürlich gibt es immer überall die Mischung von... Ich brauche auch ein gewisses Sicherheitsgefühl.
00:56:09: Ich lege auch Wert auf meinen Experten-Thom, dass ich mir bisher erarbeitet habe.
00:56:13: Ich möchte nichts verlieren und mein Einfluss behalten.
00:56:17: Alles das existiert gleichzeitig.
00:56:20: Deswegen bin ich einfach darauf angewiesen, wirklich die Mechanismen zu schaffen und zu sagen.
00:56:25: Ich gebe hier die Möglichkeiten, dass ihr vorangehen könnt.
00:56:29: Das wird stark belohnt.
00:56:34: Es wird kollaborativ gemacht.
00:56:37: Dass halt nicht die Sorge vor den Ellbogen ausfährt.
00:56:41: Man bekommt jede Unterstützung in der Qualifizierung.
00:56:46: Es ist etwas Selbstbestimmtes ... Ihr könnt Dinge selber entwickeln.
00:56:49: Hier ist eure Spielwiese, fangt an ... solche Botschaften, die von oben reingegeben werden aber von unten getragen.
00:56:59: Das ist die einzige Möglichkeit wie man Organisation in solchen Richtungen bewegen kann.
00:57:03: nur von unten oder nur von oben geht's nicht.
00:57:06: Ja es ist ja was Querliges eigentlich so?
00:57:08: was Kulturelles?
00:57:08: ne?
00:57:08: Es geht ja wirklich da über Schneidewind.
00:57:10: hat das bei uns im Pokos zum Thema Bürokratie gesagt dass er gesagt hat Diese Fehlerfreiheit wird aus irgendwelchen Gründen geadelt und ist ja eigentlich eine Verantwortungsvermeidungsstrategie.
00:57:19: Und ich muss doch nachfragen, wie du hast gar keinen Fehler im letzten Jahr?
00:57:22: Was ist denn eigentlich los?
00:57:23: Also wo ist das innovative Potenzial?
00:57:27: Das würde ja im Grunde genommen in jedem Bereich, sei es jetzt eine öffentlichen Verwaltung oder eben in Unternehmen tatsächlich eine andere Dynamik freisetzen können – es gab auch mal Den Namen des Kollegen.
00:57:36: jetzt vergesst eine Studie, die ihr angeschaut hat.
00:57:38: Je größer das Unternehmen wird irgendwann kippt dann die Anzahl der Patente zugunsten der Lobbyisten damit ich eben verhindere dass Marktprozesse meinen gewachsenes Oligopol noch wieder anfottern können.
00:57:50: Da ist ja manchmal auch ein ganz schönes Schindluder dabei, zu sagen wir haben noch Marktkräfte und dabei ist da ziemlich konsolidiert wer eigentlich in welchen Bereichen da eben überhaupt noch Thema-Markteintrittsbarrieren mitspielen kann.
00:58:02: Und damit Dynamiken freisetzen also deshalb auch diese Open Innovation zwischen Startups und etablierten Unternehmen tatsächlich nochmal anders an das nach vorne zu tragen.
00:58:14: Habt ihr umfragen bei mich?
00:58:16: Mich interessiert ja immer diese persönliche Ebene so als wann kippen dass dieses Kulturelle, dieses Momentum von was anders machen ist irgendwie mit vorne oder mit Zukunft konnotiert anstatt mit Zumutung und etwas, was ich gar nicht will.
00:58:34: Also es kippt natürlich immer mehr in die Richtung.
00:58:40: Zumutungen je mehr für mich auf dem Spiel steht, je mehr Ich zu verlieren habe.
00:58:46: dementsprechend haben diese Probleme meistens auch die erfolgreichen Tatsächlich, das ist ja so ein bisschen der Widerspruch.
00:58:54: Aber ... dass Gerät dann unter Druck, wenn die äußeren Bedingungen so sind, dass die bisher erfolgreichen Modelle das nicht mehr tragen können?
00:59:06: Dann sind die ehemals erfolgreichen tatsächlich nicht mehr automatisch die Erfolgreichen von morgen was meistens schon gesellschaftlich der Fall ist.
00:59:14: Muss man sagen, Erfolg vererbt sich ja ziemlich stark aber in genau solchen Situationen ist das nicht mehr der Fall.
00:59:21: Das heißt, ohne sozusagen externen Einfluss kippt sowas normalerweise eigentlich nicht unbedingt.
00:59:29: also die deutschen Automobilhersteller trotz ihrer bürokratischen Strukturen Schwerfälligkeit und was man alles kritisieren mag oder auch nicht aber waren ja über Jahrzehnte nun wirklich äußerst erfolgreich.
00:59:41: Also das kippte nicht von alleine.
00:59:44: Aber dann wenn der Wind des Wandels weht Und einen von der Seite erwischt, wo man das Segel gerade nicht hingespannt hatte.
00:59:53: Dann fangen diese Kämpfe an und dann wird ausgemacht.
00:59:58: Wer unter den neuen Bedingungen kann sich wie entwickeln kriegt was in die Hand?
01:00:03: Was geht hoch, was geht runter ... Das Ganze unter Unsicherheit natürlich!
01:00:08: Also ist ja nicht so, dass das Ziel klar wäre und die einen wissen's.
01:00:11: Und die anderen blockieren halt einfach weil sie Lust am Blockieren haben.
01:00:15: Sondern Riesengrauzonen gibt es natürlich auch ... Das ist das Wesen der Innovationen.
01:00:20: Da hast du recht in diese Grauzonen reinzugehen und auf zehn Versuche neun Fehler zu machen aber ein Ding, das einfach alle an die Wand spielt.
01:00:30: Ähm... Und das ist etwas ähm für das auch für diejenigen, die diese neuen Fehlversuche zu verantworten haben.
01:00:43: Klar macht ... Diese Investitionen lohnen sich trotzdem.
01:00:48: Denn ihr habt dann erstens die Möglichkeit mit diesen Fehl- versuchen dann trotzdem vernünftig umzugehen ohne Konkurs anzumelden und ihr habt aber auch genug Freiräume, mit dem einen Versuch nach oben durchstoßen zu können.
01:01:02: Also, um beides geht das.
01:01:04: Man muss gucken was passiert wenn es schiefgeht?
01:01:08: Fehlerkultur bis hin zum Konkursrecht, wo wir uns sehr viel stärker z.B.
01:01:15: darauf konzentrieren können was ist die Möglichkeit der Fortführung eines Unternehmens?
01:01:20: Wir Deutschen neigen dazu dann die Konkoursemasse zu zerlegen und das was halt irgendwie noch verkäuflich ist.
01:01:27: So, da kommen dann zehn Prozent des Schuldenstandes kann man daraus dann auch rausziehen.
01:01:32: amerikanisches Konkursrecht zum Beispiel setzt sehr viel stärker auf die Rechte der Unternehmensführung selbst um Dinge dann unter Wegnahme einer bestimmten Schuldenlast wieder neu innovativ starten zu können.
01:01:48: Es geht nicht immer nur um Arbeitsrecht und Kündigungsschutz, das hat man an anderen Stellen durchaus auch.
01:01:53: Also die eine Seite was passiert wenn es schiefgeht, die andere Seite welche Möglichkeiten hast du?
01:01:59: Und wie stark setzen wir auf Weiterentwicklung für die Dinge, die dann gut gehen?
01:02:05: Das geht übrigens bis hoch in die Bundespolitik.
01:02:08: also die Förderpolitik der Regierung muss explizit bereit sein, viel Investitionen zu tätigen.
01:02:19: Und sie muss das kommunizieren in einem Rahmen.
01:02:21: Wir haben eine moderne Politik wir haben dafür Prozesse die Dinge überprüfen.
01:02:27: wir wissen dass wir nicht schlauer sind als alle anderen.
01:02:30: wir möchten aber Innovationsbedingungen optimieren.
01:02:33: deswegen fördern und investieren wir erst mal breit.
01:02:36: im Ausgleich dafür fahren wir alte Subvention runter von hinten wegschieben von oben nachziehen Und dann haben wir die Vorgehensweise und die Prozesse, um zu schauen was entwickelt sich weiter?
01:02:49: Was müssen wir auch irgendwann wieder aufhalten.
01:02:53: Das ist ganz entscheidend denn ansonsten bleibt man an so ideologischen Debatten hängen welche jetzt gerade die beste Technologie ist.
01:03:02: und da weiß man dann die eine Partei sagt A, die andere sagt B und raus kommt dann ein Null.
01:03:08: Ja, das war ja auch die Idee mit Reallaborern ein Stück weit mal.
01:03:11: Bis zu juristischen Reallaboren.
01:03:12: da kann ich mal was ausprobieren und danach eben auch lernen, was funktioniert dann?
01:03:18: Ich wollte dich zum Schluss... also du hast gerade schon so angedeutet mit Europa mal gucken, aber ich fand dort in dem Kontext einfach Diese Kompetenzagenda ist es auf Deutsch übersetzt, European Skills Agenda.
01:03:31: Ich fand die sehr klug weil sie einfach einen Maßnahmenplan hat von vielen, von Qualifizierung und Unterstützung von Klarheit aber auch dass es um tatsächlich diese Nachhaltigkeits-Digitale Twin Transitionen ein Stück weit eben auch geht als etwas was diesen Standort ausmachen kann zu deklinieren, auch was ist eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit?
01:03:52: Nicht einfach irgendeine und sich dann eben an den Benchmarks die wir eben schon hatten aus China oder den USA messen.
01:03:58: Sondern so nee.
01:03:59: also eigentlich haben wir ja eine Vorstellung von einem Modell das mittelfristig vielleicht auch mit Ressourcenengpässen bei den ressourcenarmer Kontinentien zusammenpasst.
01:04:08: Und dann ist Wettbewährungsfähigkeit vielleicht etwas ganz anderes nämlich Ressoursenleichtigkeit.
01:04:12: und dann diese grünen Jobs haben lange diskutiert wie viel Potenzial es da eben tatsächlich eigentlich gibt.
01:04:18: Aber auch soziale Gerechtigkeit finde ich relevant, dass das eben mit aufgemacht wird.
01:04:22: Ich glaube du hast da auch immer darauf kommentiert wenn es zu doll auseinander klappt ist die Sorge davor sich zu verändern natürlich größer mit weniger abgesicherten und abgesicherteren Jobs.
01:04:33: Das heißt dieser soziale Kontrakt wie kann man den ein Stück weit eben mitschwingen lassen?
01:04:39: Es hat mir dann Digitalstrategie zu tun, Industriestrategie.
01:04:43: Kleine und mittlere Unternehmen besonders anzugucken.
01:04:45: Ich hatte eine Ahnung ... Da war wenigstens so ein Paketansatz, wo man eine Idee hatte, der Stand dort aussehen könnte.
01:04:51: Dann wissen wir aber, es gibt unterschiedliche Veränderungsnotwendigkeiten.
01:04:55: Wir gucken auf die Wichtigsten.
01:04:57: Dein Ansatz wurde ja auch verstanden.
01:05:00: Dass man aus der Innovationspipeline denkend überlegt, was sollte man als Erstes wegräumen?
01:05:05: Aber ich hab dann gesagt, hör ich sowas auf deutscher Ebene nicht!
01:05:09: Und wenn, sprich mir über Brüssel immer wie Richtlinie und Mehrbürokratie ... Ist das in dem Bereich?
01:05:15: Ich bin da jetzt nur so von der Seite ein bisschen reingegrätscht.
01:05:19: Wie siehst du da das Zusammenspiel zwischen Europa und den Mitgliedstaaten auf diesen arbeitsmarktpolitischen Themen?
01:05:27: Also Brüssel kann natürlich in etwas längeren Zeitzyklen denken als die Wahlkampftaktung, die es in den Nationalstaaten gibt.
01:05:37: Und Brüssel hat eine exklusive Bürokratie, genau dafür um solche Strategien zu entwickeln auf einer Ebene die oft eine Stufe höher ist als das womit sich Landespolitiker dann auch im Alltag auseinandersetzen müssen.
01:05:59: Deswegen ist diese Wahrnehmung glaube ich schon richtig dass solche Strategieren da entwickelt werden.
01:06:05: Auch jede Bundesregierung wenn man dann in den Archiven des Ministeriums nachschaut, für alles immer eine Strategie hingelegt.
01:06:15: Das sind normalerweise große Ansammlungen von allen Maßnahmen ... die man wahrscheinlich auch so gemacht hätte im Normalfall.
01:06:23: Das ist sozusagen das politische Geschäft, da was hinzulegen gehört schon zum Standard.
01:06:31: Diese Strategien sind auch sinnvoll weil sie aber nicht als Output an sich sondern der Input, sich laufend mit den aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
01:06:43: Das ist eigentlich das Entscheidende.
01:06:45: Die einmal hingelegte Strategie enthält eigentlich eher Gefahren nämlich Gefahren etwas politisch durch zu planen und vorzugeben was dann eben gerade nicht mehr die dynamische Innovation wird.
01:07:01: aber ich brauche ja trotzdem als Politik muss ich mir ja die Kompetenz aneignen Ich muss ja da im Maschinenraum wirklich aktiv sein.
01:07:09: Ich muss alles wahrnehmen, ich muss das für mich durcharbeiten und durchstrukturieren, damit ich am Ende auch aktuelle Politik entwickeln
01:07:18: kann.".
01:07:18: Also das ist das Entscheidende.
01:07:24: Es gibt dadurch auch Verschränkungen.
01:07:25: also das europäische Semester zum Beispiel heißt ganz explizit dass man in Brüssel sich die politischen Maßnahmen und Strategieentwicklung der Nationalstaaten in einem Jahreszyklus anschaut.
01:07:40: Und dann darüber berichtet, dazu Empfehlungen gibt das wieder einspeist ... dass natürlich hinter nationalen Mehrheiten am Ende zurücksteht.
01:07:51: Weil wer die Butter aufs Brot legt, bekommt auch geliefert.
01:07:55: Das ist nur mal der Wähler und nicht der Brüsseler Bürokrat.
01:08:00: Aber es gibt so einen gewissen Rahmen eine Beschäftigung mit solchen Dingen dann wirklich konstant auch ermöglicht.
01:08:14: Wenn wir jetzt ganz konkret zum Beispiel mal die Skills-Agenda nehmen, da beschäftigt man sich mit allem was gerade am aktuellen Rand sichtbar ist und die Entwicklungen, die kommen könnten und gibt das in einen Rahmen und leitet daraus auch Notwendigkeiten von Qualifizierungspolitik ab was teilweise richtig ist.
01:08:36: Also wenn man zum Beispiel überlegt, man sieht eine industrielle Transformation haben wir eben auch besprochen.
01:08:43: Man muss von bestimmten Anwendungsfällen zu neuen Anwendung fällen rüber dann ist so etwas sehr sinnvoll.
01:08:49: Wenn man jetzt darüber nachdenkt Wie kann ich mit KI in Zukunft erfolgreich sein?
01:08:55: und weiß noch nicht mal wie die KI Technologie nächstes Jahr aussieht Dann ist das nicht besonders Hilfreich, sondern dann muss ich um nochmal ein bisschen zu provozieren auch explizit dazu auffordern.
01:09:09: Wir müssen ins Blaue hinein qualifizieren.
01:09:13: Das ist oft das Schimpfwort Ja wohin sollen wir in Qualifizierung doch nicht etwa ins blaue?
01:09:17: Doch zum Teil müssen wir ins blau qualifiziere genauso wie die technologie Auch ins blauer hinein entwickelt wird.
01:09:27: Technologische Innovation ist ja auch nicht.
01:09:30: Oh, ich denke mir jetzt ein Produkt aus und da arbeite ich drei Jahre dran!
01:09:33: Und dann habe ich genau dieses Produkt.
01:09:35: so funktioniert der Innovationen nicht und so funktioniert auch Qualifikation von Menschen nicht.
01:09:41: Wir Menschen haben viel mehr dynamische Fähigkeiten, Entwicklungsmöglichkeiten als uns je irgendeiner Agenda vorgeben könnte.
01:09:49: Und deswegen braucht man genau die Mischung, die konstante Beschäftigung damit, die Ziele wirklich anzupeilen, die Menschen auch brauchen, damit sie sehen wo die Reise hingeht aber dann auch den Mut dazu in eine Entwicklung rein zu gehen und nach vorne zu gehen wo noch kein Plan ist.
01:10:12: Das erinnert mich an das Backcasting, also so ein Stück weil ... die wünschenslädte Zukunft mit ein paar Parametern.
01:10:19: und dann wissen wir aber genau, um dahin zu kommen müssen wir den Fahrt ändern auf dem Momentan sind.
01:10:23: Aber da eben agil genug bleiben immer wieder auch nachzusteuern, adaptieren und lernen dürfen was ja viel mit einer Evolution zu tun hat, die auch gut geteilt wird Datenbasis über die Effekte damit wir dann tatsächlich auch sagen können es baut aufeinander auf ein Stück weit anstatt das einfach nur jetzt haben wir eine Regierungswechsel jetzt fangen wir mit irgendwas wieder von vorne an.
01:10:43: deshalb vielleicht Zum Schluss, für mich diese Skills- oder Kompetenzfrage bringt das ja aber ganz gut auf den Punkt.
01:10:51: Weil zumindest bei Futureskills die Diskussion geht hier auch viel dahin wie können Menschen mit mehr Unsicherheit umgehen?
01:10:56: Was sind generelle systemisches Denken?
01:11:00: Wie kann ich Multi Perspektivität aushalten also so ein bisschen auch Generalistenkompetenzen vielleicht jenseits von eben fachspezifischen Wissen was dann so eine Veränderbarkeit und Agilität auch leichter macht.
01:11:13: Und die Komfortzone vielleicht weitet, mit dieser Unsicherheit und Komplexität umzugehen.
01:11:20: Abschließend für dich ich höre so oft dass dieser Spruch lebenslanges Lernen also Ich persönlich finde den total attraktiv weil ich das Gefühl habe man darf immer wieder noch sich neue Dinge aneignen Man darf sich auch nochmal neu erfinden.
01:11:33: Für viele wird das aber so beschrieben wie eine Bedrohung wahrgenommen, weil es irgendwie etwas ist.
01:11:39: Du musst weiter dranbleiben, sonst fällst du hinten raus!
01:11:44: Wie kriegt man da einen guten Mittelweg hin?
01:11:47: Also wie wird das wieder mehr in der Einladung?
01:11:49: So kommunizieren wir's ja auch.
01:11:51: Lebenslanges Lernen ist knast und so wirds auch kommuniziert, denn wer es nicht macht, wird abgehängt.
01:11:58: Das ist eine reine Negativ-Kommunikation, die funktioniert natürlich ein Stück weit auch.
01:12:06: Ich meine Menschen mögen keine Ängste und versuchen Ängsten zu vermeiden und sich dem zu entziehen.
01:12:12: Dementsprechend funktioniert das ein Stück weiter.
01:12:17: Aber die eigentliche Perspektive, die wir bräuchten, ist, ergreife den Job bei dem du am meisten Lust hast dich mit dem Job weiterzuentwickeln.
01:12:28: Ergreife den Job, bei dem du am meisten Lust hast in zehn Jahren nicht das zu machen was man jetzt in diesem Job macht.
01:12:35: Nicht wo du am meisten lust hast das so machen was Man Jetzt tut Das ist eine ganz andere Perspektive und Dementsprechend dürfen wir halt auch nicht rein Technologie orientiert Schauen.
01:12:52: Also auch Weiterbildungspolitik ist ein Stück weit natürlich konkret orientiert an dem, was jetzt unmittelbar gebraucht wird.
01:12:59: aber in stückweit ist sie einfach auch Bildungspolitika und diesen müssen wir auch wieder haben weiter Bildungpolitik als Mischung von weiter aber eben auch Bildungs zu spielen.
01:13:12: Und da kommt genau das alles zustande Was du gerade genannt hast und dass es einhellig in ganz vielen Studien abstraktionsfähigkeit Lernfähigkeit, inhaltliche Flexibilität.
01:13:24: Selbstorganisation.
01:13:26: All diese Dinger ... die man sich eigentlich als Mensch aus eigenem Recht und für eine Gesellschaft auch wünschen würde.
01:13:35: Ganz egal ob die Technologie gerade KI oder irgendwas anderes heißt.
01:13:39: Das kann man alles erreichen.
01:13:43: Und dieses Positivbild vorzugeben das ist der grundsätzliche Schalter den man umlegen muss wenn man wirklich innovativ sein will.
01:13:55: Das nehme ich jetzt als das Schlusswort mit einem ganz lieben Gruß an den Duktus in der Öffentlichkeit, gerade wie hier alle angeschrien werden, dass sie zu faul sind und meine Pötte kommen sollen.
01:14:05: Die Einladung wirkt nicht so schön wie die du grade formuliert hast sondern macht ja die Angst eher größer um damit auch das Potenzial schuldiger zu suchen und aggressiv zu werden.
01:14:16: Also ganz vielen Dank!
01:14:17: Ich finde diese Mischung zwischen dem menschlichen Fokus und dann aber eben auch der Klarheit darüber, was eine gewisse Notwendigkeit mit sich bringt sehr wertvoll.
01:14:26: Und ich hoffe dass du in vielen Bereichen weiter an dieser beraten Enttätigkeit genau dort ansetzen kannst wo solche Rahmenbedingungen dann auch durchkommen.
01:14:34: Danke!
01:14:35: Ich werde mein Bestes tun und wünsche dir viel Erfolg weiter mit deinem tollen Format.
01:14:48: Vielen herzlichen Dank fürs Zuhören.
01:14:51: Neudenken ist ein Projekt von Mission Wertvoll Ein Science Society-Netzwerk, das sich den Chancen und Wegen in eine nachhaltige Zukunft verschrieben hat.
01:14:59: Wie wir dahin kommen?
01:15:00: Das werden wir nur gemeinsam herausfinden!
01:15:02: Und deshalb freuen wir uns über eure Aufmerksamkeit und euer Feedback.
01:15:06: Besonders dankbar sind wir alle diejenigen, die durch einen finanziellen Beitrag unsere Arbeit hier möglich machen.
01:15:12: Wenn auch du Lust hast neu denken zu fördern und aktiv mitzugestalten dann schau gerne einmal in die Show Notes wie das
01:15:18: geht.
01:15:19: Hoffentlich bis zum nächsten Mal.
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